24.09.2017 - Gottesdienst
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Streit – wenn es mal so richtig kracht!

Streit kann sich sehr verschieden äussern: In Form einer quälenden Anspannung, unausgesprochen und unter der Oberfläche - wie eine schwüle Wetterlage oder wie ein Gewitter, das plötzlich, wenn auch nicht unbedingt unerwartet, ausbricht. Die Emotionen kochen dann schnell hoch, und ein Wort gibt das andere. Was tun in einer solchen Situation?

Wo man über den anderen verärgert ist oder sich sogar verletzt fühlt, sollte man zunächst einmal schauen, wie man Ruhe und Abstand in die Situation bringen kann. Wer innerlich aufgebracht ist, ist kaum in der Lage, auf den anderen und auf das, was er sagt, zu achten, also wirklich zuzuhören. Deswegen ist es gut, einen Weg zu finden, wie man das „Wort-Gemetzel", seien es Vorwürfe oder abwertende Äusserungen - möglichst schnell beendet.

Späteren Zeitpunkt für klärendes Gespräch suchen


Einen Streit konstruktiv auszutragen muss nicht heissen, jetzt und gleich darüber zu sprechen. Manche empfinden den Auslöser des Streits als so ungerecht und so unerhört, dass sie am liebsten sofort sprechen wollen. Es ist aber in den meisten Fällen schon eine Riesenhilfe, wenn man eine Klärung auf später verschiebt. Dann braucht es Geduld, auf einen späteren Zeitpunkt zu warten, und das, was einem so aufgeregt und aus der Fassung gebracht hat, erst einmal zur Seite zu legen.

 

Ich-Botschaften schaffen Verständigung

Ganz wichtig ist es, dann in einem klärenden Gespräch, Ich-Botschaften zu formulieren. Das heisst, ich sage, wie ich etwas empfinde bzw. empfunden habe. Ein Streit entzündet sich oft daran, dass Menschen eine Situation, etwas Gesagtes oder Erlebtes, verschieden deuten und einordnen. Da kann zum Beispiel ein Witz als Gehässigkeit aufgefasst werden, obwohl er vielleicht als humorvolle Bemerkung gedacht war.

 

Es macht zudem letztlich keinen Sinn, einen Streit darüber zu führen, wie etwas objektiv war oder ist. Stattdessen sagt jeder, wie er die Situation empfunden hat, ohne den Anspruch zu erheben, dass es nur so aufgefasst werden kann. Da, wo wir eine andere Meinung und Deutung zulassen, entsteht Raum, und genau dieser Raum ist nötig, wenn Verständigung zwischen zwei Menschen, die im Streit liegen, erreicht werden soll.

 

Manches liegt tiefer


Wo in einem Streit starke Gefühle im Spiel sind, liegt die Sache zudem meistens tiefer. Das heisst, dass bei demjenigen, der so heftig reagiert ein Punkt berührt, der viel tiefer geht und der meistens auch über die Situation und sogar den Streitpartner hinausgeht.

Immer wieder vergeben?!

Wer hat das nicht schon erlebt: Ein uns sehr nahe stehender Mensch hat uns durch sein Verhalten oder durch das, was er gesagt hat, enttäuscht oder verletzt. Wir kommen an einen Punkt, an dem wir innerlich sagen können: Obwohl das Verhalten ganz und gar nicht o.k. war, vergebe ich und will es nicht länger nachtragen. Doch in uns wird es nicht ruhig, es brodelt weiter.

 

Manche halten Vergebung für falsche Nachgiebigkeit oder Schwäche. Der oder die "Schuldige" sollte durch unser Verhalten ein klares Signal bekommen, wie unverzeihlich das war, was er gesagt oder getan hat. Wir denken, wir dürften nicht zur Tagesordnung übergehen und "einfach" vergeben.

 

Aber wir alle sind darauf angewiesen, dass uns andere unsere Versäumnisse und Fehler nicht immer wieder vorhalten und uns vergeben. Wenn wir nicht bereit sind zu vergeben, machen wir nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst das Leben sehr schwer.

Menschen, die nicht vergeben können oder wollen, werden bitter und hart, nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst. Wo wir nicht vergeben, verlieren wir nicht nur die Beziehung zum anderen, sondern auch mehr und mehr zu uns selbst, denn wir machen auch Fehler und machen uns schuldig. Wo wir andere bei ihrer Schuld festhalten, kommen wir auch selbst nicht weiter.

 

Vergebung ist ein Weg


Vor allem, wenn die Enttäuschung oder Verletzung tief sitzt, ist es mit einer einmaligen inneren Entscheidung nicht getan. Dann braucht es von uns dieses innere Ja zur Vergebung immer wieder. Da kommen Bitterkeit oder Verletzung immer wieder hoch - das haben wir selbst gar nicht im Griff. Dann heisst es dran bleiben und sich immer wieder neu zur Vergebung entscheiden.

 

Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Dem anderen zu vergeben ist nicht so sehr mit einem ein einzelner Schritt als eher mit einem Weg zu vergleichen - das gilt vor allem für Menschen, die man sehr lieb und deren Verhalten einem so verletzt hat.

Jesus setzt ein Beispiel


Bei Jesus ist Vergebung so etwas wie eine Grundkonstante. Wann immer wir zu ihm kommen und ihm unser Versagen bringen, wird er uns vergeben und sich uns zuwenden. Dabei erfahren wir einen unglaublichen Frieden, den nur er uns geben kann.

Jesus vergleicht einen Menschen, der nicht vergibt, mit einem Verwalter, der seinem König eine Riesenvermögen schuldet, dem die Schuld erlassen wird, der aber gegenüber einem anderen, der ihm einen sehr kleinen Betrag schuldet, unerbittlich bleibt.

 

In der Bibel wird berichtet, dass Petrus Jesus einmal fragte, wie oft man anderen vergeben soll. Jesus antwortete ihm: Siebzig mal siebenmal. In der Symbolsprache der Juden heisst das: Immer wieder, unendlich oft!

Bei Jesus kann mein Herz zur Ruhe kommen.

Kathrin

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